Kiebitze im SV der Züchter,
südosteuropäischer Tümmler.
Foto: Ingolf Jungnickel, List a. Sylt
Budapester Kiebitz, mehr als eine Ausstellungstaube!
Gerd Grunewald, Schneverdingen
Diese jahrhundertealte Rasse zog immer schon Züchter aus aller Welt in ihren Bann, trotz ihres einfachen Äußeren, aber aufgrund ihrer aparten Zeichnung. Früher galten sie als gute Flieger.
In den letzten zehn Jahren versuchten einige wenige Züchter, diese Rasse wieder als Flugtaube fliegen zu lassen.
Sie gaben fast alle auf. Neuerdings scheint aus dem Kiebitz jedoch eine neue Trendtaube zu werden, denn auf Verkaufsanzeigen meldeten sich gut ein Dutzend Liebhaber, die gerne Tiere erwerben wollten.
Da der Bedarf der Budapester Kiebitzen nicht gedeckt werden kann, steigen viele auf „Altösterreichische Kiebitze“ um.
Da ich niemanden kannte, wo die „Altösterreicher“ als Flugtauben zu gebrauchen waren, bin ich auf die Budapester gestoßen.
Mit einigen Originaltieren aus Ungarn und einem Paar aus Österreich wurde bei mir ein neuer Versuch gewagt. Bereits die ersten Jungtiere flogen gut mit den Wiener Hochfliegern.
Flüge von 4 Stunden wurden erreicht. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass aus erzieherischen Gründen anfänglich die Kiebitze mit einem Anteil von maximal 20 % zusammen mit Wiener fliegen sollten.
Wenn man später einen größeren Stich gut eingeflogener Kiebitze von den Wienern getrennt hat, fliegen sie auch allein über 2,5 Stunden, allerdings nicht ganz so rasant und hoch wie die Wiener.
Wenn der Kiebitz nicht gejagt wird, kann er sich leider schnell zum Dachhocker entwickeln.
Freifliegende Kiebitze,
bei Gerd & Lydia Grunewald, Schneverdingen,
mit ihren Budapester Kiebitze,
eine sehr seltene Rasse im Freiflug.
Wie bei allen Hochflugtauben muss auch hier gleich von Anfang an ausgelesen werden.
Den reinen Ausstellungszüchtern würde das Herz bluten beim Anblick der wunderschön anzusehenden Tieren, die zu selektieren sind.
Bisher gab es zum Glück immer noch Taubenfreunde, die keinen Wert auf die Flugleistung legen, so dass diese Tauben eine neue Heimat fanden.
Ich möchte aber behaupten, dass die Vitalität der im Flugsport eingesetzten Tiere auf Dauer größer ist als bei reiner Volierenhaltung. Schon in der Hand hat man das Gefühl, ein Kraftpaket zu halten.
In der Zucht bewähren sie sich durch gute Fruchtbarkeit und problemlose Aufzucht ihrer Jungen. Trotz des lebhaften Temperamentes, das diese „Leistungssportler“ auszeichnet, bleiben sie im Gegensatz zu den Wienern auch bei Störungen auf dem Nest sitzen und verteidigen Ihre Jungen mit Flügelschlagen und Schnabelhieben.
Kiebitz in Dachau bei der SV Schau,
Züchter:Gerd Grunewald, Schneverdingen
Tierfotograf:T. Hellmann,Ketsch.
Die Kiebitze haben den Vorteil., das auch im Winter die Saison nicht zu Ende ist, denn sie sind im Rassetaubenstandard enthalten und damit ausstellungsfähig. Diese Taube hat es verdient, mehr Freunde zu haben.
Bereits mit wenigen Zuchtpaare kann man sowohl eine ausreichende Zahl an Ausstellungstieren züchten als auch einen ansehnlichen Stich Flugtauben.
Übrigens, die Budapester Kiebitze werden betreut vom
Sonderverein der Züchter südosteuropäischer Tümmler
Ansprechpartner: Thomas Hellmann
Kiebitze im SV der Züchter,
südosteuropäischer Tümmler.
Foto: Ingolf Jungnickel, List a. Sylt
Für eventuelle Fragen, Anmerkungen und Kritiken, wenden Sie sich an
Thomas_Hellmann@t-online.de
© Januar 2004, DHC- Gruppe Rheinland