Unter der Haustaube versteht man die domestizierte Form der Felsentaube, die ursprünglich im Orient gezüchtet wurde. Der Mensch baute Behausungen für die Tauben, die sich zum größten Teil selbst versorgten. Er nutze ihre Ausscheidungen als ökologischen Dünger und verwendete überzählige Tauben als Opfergabe für die Götter oder auch als Nahrung.
Im Laufe der Zeit traten Mutationen auf - beispielsweise sind weiße Tauben in der Bibel beschrieben, die es jedoch schon viel früher gegeben haben muss. Heute existieren vermutlich über 400 verschiede Rassen, die sich im Laufe der Evolution entwickelt haben. Tauben können sich, wenn das Nahrungsangebot ausreicht, in wärmeren Zonen sehr schnell vermehren. Bis zu 20 Nachkommen im Jahr sind möglich, diese sind wiederum mit 5 bis 6 Monaten geschlechtsreif. In der freien Natur sind jedoch die Verluste durch Feinde wie Greifvögel, Marder, Katzen oder auch Ratten in der Regel so hoch, dass die Taubenpopulation nicht überhand nimmt.
Tauben leben in Schwärmen und sind standorttreu, sie verlassen ihren Brutplatz eigentlich auch nur zur Nahrungsaufnahme. Einzig bei größeren Jungtauben kommt es gelegentlich vor, dass diese weit umherziehen, mit anderen Beständen zusammenkommen und sich diesen anschließen. Durch dieses Verhalten wird der Genpool aufgefrischt und somit Inzucht vermieden.
Die Standorttreue der Tauben machten sich die Menschen schnell zunutze. Angetrieben vom Willen, sein Nest, den Partner und die Jungen schnell wieder zu erreichen, wurden Tauben als Überbringer von Nachrichten eingesetzt. Die Botentauben aus dem Orient kamen mit den Kreuzzügen auch nach Mitteleuropa und waren hier über Jahrhunderte als so genannte Taubenpost die schnellste Möglichkeit, Nachrichten zu übermitteln. Taubenhaltung war daher bis ins 18. Jahrhundert Adeligen und Geistlichen vorbehalten.
In der heutigen Zeit werden Tauben zum einen zur Fleischproduktion in so genannten Taubenfarmen gehalten, zum anderen als Hobby. Es gibt Rassetauben, die auf Schönheit nach einem festgelegten Standard gezüchtet werden, und Brieftauben, die bei Wettflügen große Entfernungen zurücklegen, wobei es darum geht, welcher der Vögel am schnellsten wieder den Heimatschlag erreicht.
Eine weitere Gruppe sind die Flugtauben. Hier gibt es Rassen, die auf Hochflug gezüchtet sind (zum Beispiel Wiener Hochflieger) oder auf lange Flugzeiten (zum Beispiel Englische Tippler mit Flugzeiten von über 20 Stunden). Außerdem gibt es Tauben, die sich während des Fluges überschlagen, die so genannten Tümmeler und Purzler. Tauben, die sich mehrfach überschlagen, nennt man Roller (Birmingham-Roller, Orientalische Roller). Es gibt sogar Tauben, die Flugfiguren oder bestimmte Flugstile zeigen können (Ringschläger, Nikolajewer Hochflieger).
Tauben mit Hauben, bestimmten Federstrukturen, extra großen Kröpfen, extremen Stimmen und Stimmlosigkeit - es gibt so viele Varianten, dass es kaum vorstellbar ist, dass alle Rassen auf die Felsentaube als Wildform zurückgehen.
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