Türkische Dolabci
Von Iskender Damgaci
Vom türkischen übersetzt Dr. Türker Savas
Dolabci in Rot und Blau
Foto: Iskender Damgaci
Dolabci (wird Dolabtschi ausgesprochen) ist eine lokale Taubenrasse die auch in der Türkei nicht weit verbreitet ist. Diese Rasse wird öfters mit den Dönek verwechselt. Es wird jedoch eine klare Trennung zwischen Dolabci und Dönek von Taubenzüchter aus Denizli (Provinz in Westanatolien: http//:www.denizli.gov.tr) gemacht. Diese Rasse konnte man im Typ mit Döneks und im Flugverhalten mit Kelebeks vergleichen. Der Dolabci ist ein bischen kleiner und hat auch kürzere Läufe als der Dönek . Im Vergleich zum Dönek zeigt sie auch eine aufrechte Haltung. Bei dieser Rasse kommen fast alle möglichen Farbvarianten vor. Die Schnabelfarbe hängt von der Gefiederfarbe ab. Jedoch bei schwarzen Tauben kann auch helle Schnabelfarbe vorkommen.
Dolabci mit Farbfleck im Nacken
Foto: Iskender Damgaci
Die Augen können auch in allen möglichen Taubenaugenfarben vorkommen. Sie sind glattköpfig und -füssig. Gelegentlich vorkommende Tiere mit Hauben werden als Kreuzungstiere interpretiert. Während die Täuber die Schwingen über den Schwanz tragen, können bei Täubinnen Tiere vorkommen die die Schwingen unter dem Schwanz tragen. Dachförmiger Schwanz mit 14-16 Federn wird erwünscht. Im weiteren werden die Tiere ohne Bürzeldrüse bevorzugt. Sie sind in Allgemeinen robuster als die Döneks und sind auch zuverlässig beim Brüten und Aufzucht.
Dolabci gelb-weißschild
Foto: Iskender Damgaci
Im Vergleich zu solofliegende Kelebeks sind Dolabcis lockere Stichflieger. Ein aus Dolabcis entstehender Stich fliegt in engen Kreisen gut über den Schlag. Diese Tiere gewinnen nach dem Auflass rasch an Höhe. Der Dolabci reagiert gut auf den Dropper, jedoch lässt sich nicht wie der Dönek, von fremden oder wilden Tauben ablenken. Wegen einer sogenannten Jagdefangsport in seiner Heimatstadt bevorzugen die Taubenzüchter Tauben mit einem guten Orientierungssinn. Daher hat der Dolabci eine gute Orientierung. Er wird sogar bei Kurzstreckenwetten bis zu 20 km eingesetzt.
Dolabci weiß-Schwarz
Foto: Iskender Damgaci
Wie hoch der Dolabci immer fliegt, wenn er gedroppt wird, stürzt er mit dem Schnabel auf den Boden zeigend. Wortwörtlich ïbersetz, er stürzt ab. Beim Sturz sind die Flügel meistens weitgestreckt. Die Drehungen während des Sturzes werden in viel engeren Spiralen vorgeführt als der Kelebek. Jedoch eine Drehung wie ein Ventilator, Unterteller, Banane etc. wie beim Dönek wird nicht gezeigt. Die Tiere die mit hoher Geschwindigkeit und in engen Spiralen stürzen werden bevorzugt. Dieser Stil wird "seri dolab" bezeichnet. Die Tiere die mit breiten Spiralen relativ langsam stürzen werden "firtikci" genannt und von der Zucht ausgeschlossen.
Wir wissen das die Ahnen der Döneks aus Anatolien während der otomanischen Besetzung nach Mitteleuropa gelangten und dann wiederum brachten türkische Immigranten sie zurück. Jedoch nach Angaben älterer Züchter war der Dolabci schon viel früher in Denizli und Umgebung. Wir können spekulieren das der Dönek und Dolabci Verwandten sind die nach Jahren sich wieder zusammengefunden haben.
Dolabci mit rotem Nackenfleck
Foto: Iskender Damgaci
Copyright November 2004 © by Iskender Damgaci Türkey